Ein Stablecoin ist ein Token, das zu einem festen Wert gegenüber einer Referenz gehandelt werden soll, meist einer Landeswährung. Das Wort „stabil“ beschreibt eine Absicht. Ob sie erreicht wird, hängt von einem Mechanismus ab, und die Mechanismen unterscheiden sich genug, dass es ein Fehler ist, sie alle als eine Kategorie zu behandeln.
Die Rücknahme leistet die Arbeit
Bei einem durch Reserven gedeckten Token hält die Bindung durch Arbitrage. Handelt das Token unter der Referenz, kann jemand es günstig kaufen und beim Emittenten zum vollen Wert zurückgeben, und dieser Kaufdruck schließt die Lücke. Handelt es darüber, kann jemand neue Token zum Nennwert schaffen und verkaufen.
Beachten Sie, wovon das abhängt. Nicht von der Existenz der Reserven, sondern davon, sie erreichen zu können. Ein Token, das vollständig durch Vermögenswerte gedeckt ist, die nicht zügig zurückgegeben werden können oder nur von wenigen zugelassenen Gegenparteien, hat eine schwächere Bindung, als seine Deckung nahelegt. Die Reserve zählt; der Rücknahmeweg zählt mehr.
Woraus die Reserve besteht
Reserven sind nicht austauschbar. Kurzlaufende Staatsanleihen und Bankeinlagen verhalten sich unter Stress ganz anders als Commercial Paper oder besicherte Kredite, und der Unterschied wird genau in dem Moment sichtbar, in dem einem das am wenigsten lieb wäre.
Zwei Fragen sind mehr wert als die Schlagzeilen-Deckungsquote: Wie schnell lassen sich diese Vermögenswerte ohne Verlust in Bargeld wandeln, und wer hält sie. Eine auf wenige Institute konzentrierte Reserve trägt deren Risiko, und dieses Risiko geht direkt auf das Token über. Wir verfolgen Angebot und Reserveoffenlegungen auf der Stablecoin-Seite und in der Reserve-Überwachung.
Eine Bestätigung ist keine Prüfung
Die meisten Reserveberichte sind Bestätigungen: Eine Fachfirma bestätigt, dass bestimmte Vermögenswerte an einem bestimmten Stichtag vorhanden waren. Das ist nützlich und enger, als man annimmt. Es ist eine Momentaufnahme, keine fortlaufende Garantie, und äußert sich in der Regel nicht dazu, ob die Konstruktion solide ist.
Eine monatliche Bestätigung wie einen Live-Solvenzindikator zu lesen gehört zu den häufigeren Fehlern in dieser Ecke des Marktes.
Besicherte und algorithmische Entwürfe
Manche Token sind durch andere Kryptowerte gedeckt, die über dem ausgegebenen Betrag gehalten werden, mit automatischer Liquidation, wenn die Sicherheit zu weit fällt. Die Überbesicherung existiert gerade deshalb, weil die Deckung volatil ist. Diese Systeme sind transparent, da die Sicherheit on-chain und überprüfbar ist, und ihr Ausfallmodus ist gut verstanden: Ein hinreichend schneller Wertverfall der Sicherheit kann die Liquidationsmaschinerie überholen.
Entwürfe, die überwiegend auf Anreize und Angebotsanpassung statt auf Vermögenswerte setzen, haben ein strukturell schwierigeres Problem, weil der Mechanismus, der die Bindung verteidigen soll, vom Vertrauen in dasselbe System abhängt, dessen Bindung gerade infrage steht. Diese Zirkularität ist die ganze Schwierigkeit und sollte klar benannt werden.
Die Frage, die man stellen sollte
Nicht „ist es gedeckt?“, sondern „wenn Inhaber gleichzeitig aussteigen wollten, was genau geschähe, und wer stünde vorn in der Schlange?“ Die Antwort darauf beschreibt das Risiko weit besser als jede Quote.
Siehe unseren Leitfaden dazu, was Stablecoins sind. Das ist Information, keine Beratung, und die Regulierung von Stablecoins ist je nach Rechtsraum verschieden.